Getränkeverpackungsdarreichungsgrößen
Im Land des nicht ganz so sauberen Leitungswassers bezieht man seine Getränke hauptsächlich aus frischen Früchten (jus) oder aus geschlossenen Packungen. Diese haben manchmal sehr abenteuerliche Inhaltsgrößen, hier habe ich eine Übersicht der verschiedenen Größen, die mir bisher untergekommen sind, zusammengestellt. Wer mag, kann das ganze noch in die Größenordnungstabelle einsortieren
Und nun tretet ein und staunet über die Vielfalt, die die lokale Getränkeverpackungsindustrie zu Stande gebracht hat:
100 ml
Auf dem Herflug im Flugzeug fing es schon an, die Kleinste aller Packungen umfaßte 100 ml, ein Wasserbecher mit Trinkwasser.
200 ml
Etwas größer sind die “Standardgetränke”, mit 200 ml gibt es sie in großen Kartons zu kaufen, praktisch für unterwegs, in Lunchpaketen ist immer ein solcher Becher mit drinnen, auch bei Veranstaltungen gibt es diese aqua gelas, Wasserbecher. Aqua ist die Handelsmarke von Nestlé, die sich zum Synonym für abgepacktes Wasser (eigentlich: air gelas) durchgesetzt hat. In dem Karton sind 48 Becher, also 9,6 Liter, so viel wie bei uns auch in einem Wasserkasten vorhanden ist. Sehr wichtig ist der Strohhalm, den Deckel kriegt man nämlich nicht ohne Werkzeug vom Becher. Zum Einstechen den Strohhalm mit der angespitzten Seite mit Schwung in den Becherdeckel einhauen, sonst klappts nicht. Manchmal sind die Becher randvoll gefüllt und es geht etwas Wasser daneben, das trocknet in diesen Breitengraden aber schnell. Ich habe festgestellt, daß unterschiedliche Hersteller unterschiedlich spritze Strohhalme (oder unterschiedlich dicke Wasserbecherdeckeldicken) haben, bei Aqua geht es nicht sehr leicht, da sind meist mehrere Anläufe nötig, andere haben das besser raus.
150 ml
Energy-Drinks werden ja im allgemeinen in kleinen Dosen abgegeben, in diesem Falle sind es 150 ml, die in dieser Flasche kratingdaeng enthalten sind. Ist übrigens ein Nahrungsergänzungsmittel (suplemen makanan).
240 ml
Der Inhalt der 240 ml Nescafé-Dose entspricht -- bei einer angenommenen Kaffeetassengröße von 240 ml -- rein zufällig genau dem Inhalt einer 240 ml fassenden Kaffeetasse. Warum es kein ganzer viertel Liter geworden ist? Vielleicht hat das was mit den 950 ml weiter unten zu tun … wobei das auch nicht ganz aufgeht. Oh man!
295 ml
Von welchem angelsächsischen Hohlmaß ist das bitte schön abgeleitet? Wer es rausfindet in die Kommentare schreiben! 295 ml ist mal total ungünstig, um im Kopf den Grundpreis zu berechnen. Absicht?
330 ml
Ein bekanntes Maß: die Coladose. Hier auch in der 330 ml-Ausführung zu haben, braucht man nicht viel zu zu sagen.
Es gibt zwei Arten Bier: klein und groß. Das “Kleine” hat 330 ml und wird in Flaschen und Dosen vertrieben.
350 ml
Die Orangenpülpe hat einen Inhalt von 350 ml
380 ml
Noch so ein krummes Maß: eine Edel-Aqua-Flasche mit 380 ml. Kommt man durch irgendwelche Umrechnungen auf 295 ml?
500 ml
Wieder ein vertrautes Maß: der halbe Liter. Ohne etwas mehr oder etwas weniger.
600 ml
Wieder Wasser (ja, viel Wasser trinken), 600 ml sind dieses mal drinnen. Ich weiß nicht genau, wann eine Wasserflasche voll ist, bei manchen anscheinend erst dann, wenn keine Luft mehr in der Flasche ist. Das hat dann den Effekt, daß man beim Öffnen der aus sehr dünnem und biegsamem Plastik bestehende Flasche mit der die Flasche festhaltenden Hand etwas zu fest drückt, während man grade mit der anderen Hand den Deckel abdreht und die nicht vorhandene Luft beim Drücken auf den Flaschenkörper nicht entweicht -- stattdessen entweicht das vorhandene Wasser und verteilt sich direkt an Stellen, wo es nichts zu suchen hat (Murphy läßt grüßen). Noch schlimmer ist das ganze bei Saftflaschen, das klebt dann auch noch schön, da hat man am nächsten Tag noch was von (Murphy macht Freudensprünge).
660 ml
Das “große” Bier. Vergleiche mit dem “kleinen” oben, die Gläser sind identisch, beides “Bintang”-Gläser. Schon beeindruckend, so eine große Flasche. Wenn man nicht schnell genug trinkt, wirds warm, wenn man zu schnell trinkt hauts rein, bei der Hitze. Also nicht so gut geeignet. Aber zu Bier werde ich hier bei Gelegenheit nochmal einen Extra-Eintrag machen.
950ml
Dachte jemand, es kommt nix krummes mehr? Falsch gedacht: Milch der Firma Indomilk hat einen Inhalt von 950 ml. Als ich das zum ersten Mal gesehen habe, kamen mir echt Zweifel auf … wer denkt sich sowas aus?
1 l
Zumal direkt daneben im Milchregal die Milch von Diamond genau einen Liter faßt. Und da vergleiche dann mal Preise!
1,36 l
Im Gegensatz zu den 295 ml steht bei den 1,36 flüssigen Kilogramm dabei, wo das herkommt: 46 flüssige Unzen. An sich aber auch eine eher krumme Zahl, sowas hat wohl höhere Chancen, hier auf den Markt zu kommen. Importware also, auf der Rückseite klebt dementsprechend auch ein Aufkleber mit der Zutatenliste auf indonesisch.
1,5 l
Die Standardwasserflaschengröße beträgt eineinhalb Liter, so eine sollte man am Tag mindestens leerkriegen. Kostet etwa 1.500 bis 3.000 Rp. (10 bis 20 Cent), je nach Marke und Laden. Aqua ist am oberen Ende der Preisskala (ist ja auch Marke™).
2 l
Gibt es auch, leider (noch) kein Photo davon.
19 l
Air gallon oder auch Aqua gallon werden diese größten Gebinde genannt. Sie werden umgedreht auf einem Dispenser gepackt, hier kann man dann gekühltes oder heißes Wasser zapfen. Diese Dinger stehen überall rum, jeder Haushalt hat so etwas, um daraus das Trinkwasser zu beziehen, da das Leitungswasser meist nicht zum direkten Verzehr geeignet ist. Eine Gallone kostet etwa 8.000 bis 15.000 Rp., je nach Marke (50 Cent bis 1 Euro).
Das waren alle Getränkegrößen, die ich auftreiben konnte, vielleicht finde ich noch mehr krumme Maße, die irgendwo dazwischenliegen.
Trackbacks
- Getränkeverpackungsdarreichungsgrößen II Da sag noch einer, die in Teil I vorgestellten Größen wären krumm: jetzt habe ich die ultimative Flaschengröße gefunden! Ein Zoda-Soda-Mineralwasser mit 296 ml Inhalt. Für Interessierte: Die Primteiler si
Weblog: Blog Indonesia
Tracked: Mar 14, 13:16
Comments
- chrschn says:
#1 2009-01-31 12:17 | Ich finde dieses System mit den kleinen Plastikbechern total sinnlos: 10l Flüssigkeit werden in 1kg Plastik abgepackt. Und dann schmeißt jeder seinen Müll auch noch irgendwo in die Landschaft.
Ich habe in Indonesien erklärt bekommen, dass diese Mentalität noch aus der Zeit kommt, als die Verpackungen in der Regel organisch waren. Kleine Körbchen aus Bambus oder Palmblättern konnte man also problemlos in den Graben werfen, und wenn da zuviel herum lag, dann hat man es eben angezündet.
Letzteres wird wohl auch heute noch manchmal gemacht, allerdings ist das bei Plastikbechern weniger gesund. - Gitte says:
#2 2009-02-02 19:07 (Reply) Auf Sumatra ist das Müll-verbrennen ganz normal, an jeder Straßenecke ein Müllfeuer. Das ist echt nicht gut und stinkt bestialisch… so wie Müll und verbranntes Plastik halt nun mal stinkt.
Über nicht-thermische Müllentsorgung müssen die Indonesier noch ne Menge lernen. Und schön sieht das ja auch nicht aus, wenn an jeder Ecke, in jedem Winkel, einfach überall der Plastik-Müll rumliegt.