Lombok Landcruise

Gitte liegt mit Sonnenbrand danieder, zumindes Autofahren für einen ganzen Tag ist nicht drin, so habe ich mich entschlossen, wenigstens alleine die Insel Lombok zu besichtigen. Hierfür habe ich beim gleichen Menschen gebucht wie auch die Schnorcheltour, Kosten: 105US$, zum Glück steht der Dollarkurs grade nicht so zum besten, so daß es in Euro etwas verschmerzbarer ausfällt. Und für den Preis kriegt man immerhin einiges geboten: ein Auto nebst Fahrer sowie einen Guide, der einem alles erläutert, wo man so hinfährt und wo man so vorbeikommt. Außerdem sind noch Getränke, Eintrittsgelder, Affenfutter und Mittagessen im Preis enthalten. Das macht zwar nicht viel aus vom Gestamtpreis, aber immerhin …

An der höchsten Stelle, wo man mit dem Auto auf Lombok hinkommt

  

Los ging es morgens um acht, deswegen: früh aufstehen und schnell frühstücken. Zuerst Richtung Norden, in den nächsten Ort, zum Basar. Dort sind wir einmal durchgelaufen und haben ein paar Bananen gekauft, um die Affen im Wald zu füttern.

Der Eingang zum Pasar:

 

Großes Durcheinander, hauptsächlich alte Frauen verkaufen Waren und Essen:

 

Frisches Obst und Gemüse:

 

Und das was vom Markt übrigbleibt:

 

Weiter zum Affenwald, der Guide verteilt Bananen. Der Scheff steht ganz vorne und kriegt zuerst, der Rest hält ehrfürchtig Abstand.

 

Was halt so für den Rest übrigbleibt: Schalen, die der Scheff weggeschmissen hat.

 

Fütterung der Kleinen:

 

Ich glaub, mich laust der Affe …

 

Ich Chef, Du Schalen!

 

Ausblick auf Gili Air, durch den Nebel des Urwaldes:

 

Nach ausgiebiger Mahlzeit ist man müde:

 

Der Böse Blick:

 

Ein Zwischenhalt auf einer Hochebene:

 

Hier links im Bild: Gunung Rinjani (Gunung = Berg), der höchste Berg in Lombok mit 3.726 Metern. Rechts sind weitere Berge, in der Mitte ist ein großer Kratersee. Leider war ein bewölkter Tag, so daß man ihn nur selten gesehen hat. In der Praxis war es aber ein bewölkter Tag, was wiederum den Vorteil hat, daß es nicht ganz so heiß war.

 

Ein bißchen näher ran:

 

Hier nochmal eine Draufsicht, der Blick im Bild ist von Norden, also von oben, spiegelverkehrt.

Der nächste Zwischenhalt war der Senaru-Wasserfall.

 

Der Weg dorthin ist beschwerlich, rutschig und mit riesigen Treppenstufen verstehen, die man überwinden muß.

 

Der Wasserfall ist zweistufig und wird von einer Quelle gespeist, führt also ganzjährig Wasser.

 

“Ich war da”

 

Hier gibt es “natural massage”, ein paar Jugendliche haben sich von oben berieseln lassen. Ich hatte zwar Badehose und Handtuch dabei, es war aber etwas kalt, so daß ich auf die noch kältere Dusche verzichtet habe.

 

Zurück vom Wasserfall gab es Essen, “Mie goreng spesial”, wobei “spezial” mit Spiegeleiomlett bedeutet.

 

Blick vom Restaurant aus: links der Wasserfall, rechts oben das Eintrittshäuschen.

 

Weiter durch die Dörfer. In jedem Dorf steht so eine riesige Antennenschüssel, leider habe ich vergessen, was damit empfangen/gesendet wird.

 

Die Gebirge oberhalb der Baumgrenze sind mit Gras und ähnlichen Bodenpflanzen bedeckt, sieht aus wie riesige Moosberge, die links und rechts des Weges aus dem Boden ragen.

 

Der höchste Punkt der Paßstraße, vielen Dank an Nils für das GPS :-)

Der Guide hat heute zum ersten Mal ein GPS gesehen, er hat auch ein Photo gemacht und kann in Zukunft allen Touristen genaue Auskunft über Lage und Höhe des Passes geben.

 

Es gibt eine kleine Rasthütte hier oben, so lange keine Leute da sind machen sich die Affen aus dem nahen Wald über die Essensreste her, die so übrigbleiben.

 

Ich vor dem Abgrund. Hinten sähe man total rein theoretisch, wenn das Wetter besser gewesen wäre, das Tal mit Reisfeldern. Zwischendurch konnte man es ein paar Minuten lang sehen durch etwas nicht so dichten Nebel.

 

In der Schutzhütte. Das Bild ganz oben ist hier auch entstanden.

 

Müll, soweit das Auge reicht. Sehr reinlich ist man hier nicht, Abfalleimer gibt es nicht.

 

Blick ins Tal … wer genau schaut sieht in der Mitte ein paar Häuser.

 

Die größte Moschee in Lombok, in Masbagik: 

 

Der Fahrer, immer die Hand auf der Hupe (Daumen in der Mitte), bei Dunkelheit an der Lichthupe:

 

Besuch einer Handweberei in Desa Sukarara (Desa = Dorf). Hier präsentiert mir eine Weberin sichtlich stolz ihr Werk der letzten Tage und Wochen, nachdem ich mir das angeschaut habe und sehr begeistert davon war. Das Handweben funktioniert in Gegensatz zum Maschinenweben-mit-worher-einfärben wie wir es in Mataram gesehen haben auf eine sehr viel kompliziertere Weise und dauert sehr viel länger. Das Muster wird mit verschiedenfarbigen Fäden dargestellt, nicht mit einem gefärbten. Es werden je nach Reihe des Musters unterschiedliche Kettfäden angehoben, dies geschieht durch verschiedene Stäbe, an die die Kettfäden angebunden sind. Je nach Reihe werden dann verschiedene dieser Stäbe “aktiviert”, indem sie angehoben werden und dann die Kettfäden anheben. Hört sich kompliziert an, ist es auch, am besten selbst hinfahren und erklären lassen :-)

 

Hier habe ich mich in traditioneller Hindu-Kostümierung einkleiden lassen, von unten nach oben: saput, der Unterrock bedeckt den unteren Teil des Körpers und wird vorne mehrmals im Zickzack gefaltet, dann oben umgeschlagen, daß es hält. die nächste Schich nennt sich kamen, er wird über der Hüfte getragen. Darunter trägt man normalerweise ein Hemd, separi, das läßt sich aber schlecht aus Tüchern machen. Auf dem Kopf trage ich ein udeng. Der Dolch nennt sich kris und ist aus Holz geschnitzt.

 

Die Weber liefern ihre Sachen bei einer Art “Genossenschaft” ab, die dann die Weitervermarktung vornimmt, ich habe mich mal beteiligt und zwei kleine Webstücke erworben.

 

Weiter ging es, auf dem Weg sind wir zufällig in eine Hochzeitszeremonie geraten. Anscheinend wichtige oder bekannte Leute, meinte der Guide, der Zug war ziemlich lang.

Vorneweg laufen Männer in den traditionellen Kostümen, wie ich es auch anhatte, ebenfalls mit Holzschwert ausgestattet.

 

Die Bräutigam und die Braut, davor Kinder, der Größe nach sortiert.

 

Die Frauen:

 

Und nochmal Männer am Ende:

 

Nun noch das Opfertier, hier wohl symbolisch dargestellt:

 

Zum Abschluß eine Gamelangruppe. Statt Gesang gab es quäkende Lautsprecher mit Musik vom Band.

 

Der nächste Halt führte in die zweite Manufaktur des heutigen Tages: Töpfern.

 

Eigentlich war schon halb geschlossen, aber extra für mich wurde nochmal ein bißchen Ton ausgegraben und ein Aschenbecher gedreht:

 

Der Ton, wie er aus der Erde kommt (vorne) wird kleingemahlen und getrocknet.

 

Anschließend wird er mit Wasser und Sand gemischt und in Tonkrügen aufbewahrt, damit er seine Feuchtigkeit bewahrt.

 

Es gab zwar viele schöne Sachen, aber Steingut ist nicht so mein Fall, so daß ich hier keine Souveniers gekauft habe. Außerdem habe ich eh schon übergepäck, was durch schweren Ton sicherlich nicht besser wird.

Zum Abschluß gab es noch einen wunderschönen Sonnenuntergang über Senggigi Beach.

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Comments

  1. Agnes says:
    #1 2008-12-31 12:55 | Wenn du den Aschenbecher mitgenommen hättest, hätte ich deine Sammlung vielleicht doch noch um einen Beton-Aschenbecher erweitern können :-)

Weiter zum nächsten Eintrag: Warten am Flughafen in Mataram/Lombok

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