Samstag, 4. April 2009
Dienstag, 31. März 2009
Was ich an Indonesien vermissen werde (und was eher nicht)
Nach sechs Monaten in diesem fremden Land, das mir innerhalb der sechs Monate vertrauter geworden ist, ist es Zeit, Bilanz zu ziehen, was mir alles gefallen hat und was eher nicht. Auf manche Dinge kann ich gerne verzichten, anderes werde ich sehr vermissen.
Was ich vermissen werde:
- Die Indonesier. Am meisten gefallen haben mir hier die Leute. Immer freundlich und lächelnd, immer offen und neugierig, immer zu einem Gespräch bereit. Das werde ich am meisten vermissen.
- Jus. Die leckeren Fruchtsäfte, die es hier überall zu trinken gibt.
- Essen. Besonders sate (Spieße) und ikan goreng (gebackenen Fisch) werde ich vermissen ... enak! Außerdem die Möglichkeit, jeden Tag neue Sachen zu entdecken, die noch nie zuvor ein bule (Westler) gegessen hat

- Regen. Wenn man im Trockenen stehen kann und den gewaltigen Regen vom Himmel fallen sieht, dazu noch ein schönes lautes Gewitter ... herrlich!
- Chaos und Improvisation. Immer wieder faszinierend, daß alles funktioniert, wenn auch nicht gleich auf Anhieb, doch man kriegt immer alles geregelt und am Ende sind alle zufrieden.
- Ojek und Angkot. Die ultimativen Nahverkehrsmittel, direkt vor der Haustür, ohne Fahrplan und dauernd fahrend. Einfach an die Straße stellen und winken, schon wird man mitgenommen für kleines Geld. Besondere Freude macht das Ojekfahren, wenn der Fahrer zwei Köpfe kleiner ist und man locker über ihn hinwegsehen kann, der Wind bläst durch die Ohren und am Straßenrand winken freundlich Leute: "Hello Mister!"
Was ich nicht vermissen werde:
- Müll und Dreck. Überall liegen weggeworfene Plastikverpackungen herum, jeder kippt seinen Müll auf die Straße und an manchen Plätzen sammelt sich das und verrottet und stinkt erbärmlich. Igitt!
- Stau. Stundenlanges Herumstehen in kilometerlangen Autokolonnen macht keinen Spaß. Der einzige Vorteil: man kann ruhig schlafen, da der Fahrer grade keine Möglichkeit hat, durch Schlaglöcher zu rasen.
- Regen. Wenn man grade unterwegs ist und es zwei Stunden lang ununterbrochen regnet und man nicht weiterkommt, weil man innerhalb von zehn Sekunden total durchnäßt wäre, trotz Regenschirm.
- Hitze. Durchgängig 30 °C und mehr sind auf Dauer doch nicht so angenehm. Mal für eine Woche im Urlaub vielleicht, aber mehrere Monate lang schwitzen ... nee. Fünf Grad weniger wären ganz gut. Und den ganzen Tag Klimaanlage in den Büros und Autos ist auch nicht so sehr angenehm.
- Kalte Dusche am Morgen. Abends nach getanem Tagwerk, wenn man durchgeschwitzt nach Hause kommt, ist eine kalte Dusche ganz gut. Aber doch nicht morgens! Brrr!
Sonntag, 29. März 2009
Löffel und Gabel und Finger
Das Eßbesteck der Indonesier sind Löffel und Gabel. Da es hauptsächlich Reis oder Nudeln und Kleingeschnittenes dazu gibt, ist das meistens kein Problem. Und sollte es doch mal ein Problem geben (z.B. Hühnerbein, Fisch, Schalentiere), dann gibt es immer noch die traditionelle Methode: mit den Fingern. Sehr ungewohnt für Indonesier ist ein Messer, und noch ungewohnter sind Stäbchen, gleichwohl es beides hier auch gibt, je nach Essenstyp. Steak mit Löffel und Gabel zu essen ist etwas unpraktisch, und mit den Fingern? Wenn es schon mal Messer gibt, dann richtige Steakmesser, solche Brotstreichmesser wie bei uns sind eher ungewohnt, sowas gibt es in westlich orientierten Einrichtungen wie beispielsweise Hotels. Stäbchen gibt es bei chinesischem oder japanischem Essen, aber manche benutzen trotzdem Löffel und Gabel.
In den Warung (kleine Restaurants) steht auf jedem Tisch ein Korb mit Besteck und einer mit Tissue (Papierservierten). Das Löffel-Gabel-Besteck ist meist paarweise in in eine Papierservierte eingewickelt, manchmal gibt es die Besteckteile auch einzeln. Messer gibt es nie, bei Steaks werden die Messer immer extra gebracht. Ich habe beobachtet, daß fast alle Indonesier das Besteck (auch das eingepackte) mit einem Papiertuch abwischen. Scheint so eine Art Ritual zu sein, denn dreckig ist es meist nicht ... und wenn: die Teller werden mit dem gleichen Spülwasser gewaschen, vielleicht sollte man das denen mal verraten ![]()
Beim Essen wird der Löffel in der rechten Hand gehalten, die Gabel in der Linken, und dann alles in sich reinschaufeln, wahlweise mit dem einen oder dem anderen. Sollten Stücke zu groß sein, werden sie auseinandergerissen, sollte das auch nicht klappen: Finger benutzern. Am Ende dann das Besteck mit dem Rücken nach oben gekreuzt auf den Teller legen.
Das Essen mit den Fingern ist nicht ganz so einfach wie man sich das vielleicht vorstellt. Pommes und ähnliches hat mit dem Essen mit der Hand nicht sehr viel zu tun, insbesondere beim Essen von Reis braucht man schon eine etwas verfeinerte Technik. Hierzu formt man mit den drei Fingern von Zeigefinger bis Ringfinger eine Art "Schaufel", mit der man das Essen zum Mund befördert, der Daumen dient zur Unterstützung beim Formen der mundgerechten Form. Am Mund angekommen dann ruhig die Finger mit in den Mund stecken, sonst fällt nämlich das meiste wieder auf den Teller zurück. Viele stopfen nur mit Mittelfinger und Ringfinger nach. Bis man das raushat und es einigermaßen elegant aussieht, benötigt man schon einige Übung. Ist wohl vergleichbar mit dem Stäbchenessen, das kann ich zwar auch, aber so flüssig wie bei Chinesen und Japanern sieht das bei mir nicht aus.
Die einschlägige Literatur sagt: ausschließlich, nach meiner Erfahrung aber eher: hauptsächlich wird mit der rechten Hand gegessen. Das hat den einfachen Grund, daß die linke Hand zum Hinternabwischen verwendet wird -- das ist aber ein anderes Thema. In allen Restaurants gibt es wastafel (Waschbecken) irgendwo im Raum, hier kann man sich mit Seife vor dem (und auch nach dem meist fettigen) Essen die Hände gründlich waschen, schon steht dem beidhändigen Essen nichts im Weg. Wie immer in fremden Kulturen gilt: schauen was die Einheimischen machen und lernen durch Nachahmen. Auch gerne mal fragen, dann kriegt man so einiges erläutert.
Samstag, 21. März 2009
Jus Alpukat
Mein Liebslingsgetränk: jus alpukat, Acokadosaft. Frisch gepreßt und mit Schokosoße verziert.
Hier mein erster, zwei Tage nach meiner Ankunft, damit fing alles an ...
Freitag, 20. März 2009
Bastelessen
Heute gab es zum Abendessen bakso (oder auch baso), das sind Fleischbällchen mit Suppe. Wir haben die Sachen beim Bring-Service bestellt, und die liefern die Sachen immer in Tüten an. Hier also bakso zum Selberbasteln:
Sambal, Suppe, Fleischbällchen:
Das Problem dabei ist immer, die Tüten aufzubekommen. Es soll ja während des Transports nichts rauslaufen, also festen Knoten reinmachen. Ohne langwieriges Gefuddel oder passendes Werkzeug (Schere hilft am besten) bekommt man die nicht auf. Und bei den kleinen Tüten aufpassen: die werden zugetackert. Immer darauf achten, daß die Tackernadel sich nicht irgendwo unters Essen mischt.
Wenn man das also geschafft hat: allerlei Fleischbällchen:
Dann noch die Suppentüte aufpulen und schön scharfe Würze drüber.
Selamat makan!
Süßes
Indonesier lieeben süßes Essen (neben scharfem Essen, natürlich). Und ebenso lieben sie bunte Farben. Wie wäre es also, wenn man bunt und süß kombinieren würde?
Das ganze nennt sich dann kue, Kuchen. Es gibt auch biskuit, das sind Kekse, da habe ich aber keine bunten gesehen, deswegen hier nur kue.
Die Konsistenz ist etwa so wie gummiartiger Sandkuchen
Samstag, 14. März 2009
Getränkeverpackungsdarreichungsgrößen II
Da sag noch einer, die in Teil I vorgestellten Größen wären krumm: jetzt habe ich die ultimative Flaschengröße gefunden!
Ein Zoda-Soda-Mineralwasser mit 296 ml Inhalt. Für Interessierte: Die Primteiler sind 2³ * 37.
Und wer mir jetzt erklären kann, wie man auf so eine Größe kommt, kriegt eine Flasche frei Haus zugesandt ![]()
Meine Thesen:
- Die Flaschen werden befüllt und dann wird ausgemessen, wie viel drinnen ist, entsprechend erfolgt dann der Aufdruck.
- Wegen der Durchschnittstemperatur in Indonesien von 30 °C dehnt sich das Wasser mehr aus als bei 20 °C im Flaschenherstellungsland, deswegen passen 4 ml weniger rein dort.
- 296 ist die Glückszahl des Getränkeherstellervorstandsvorsitzenden.
- Die anderen Zahlen in der Zahlenaufdruckmaschine sind aus.
- Bei der automatischen Übersetzung aus dem Chinesischen ist was schiefgelaufen.
- Eine Flasche kostet 2.960 Rp., somit ist der Inhalt angepaßt, damit es einfacher ist, den Grundpreis zu berechnen.
Montag, 9. März 2009
Frühlingsrollen
Vor dem Essen kommt das Kochen, vor dem Kochen kommt das Jagen. So war es zumindest früher, heute ist das Jagen durch Einkaufen ersetzt. Also Einkaufen und Kochen. Und da man nicht alles auf einmal essen kann, was man eingekauft hat, wurde der Gefrierschrank erfunden, so habe auch ich einen in meiner Wohnung.
Und der ist eher eine Eismaschine als ein Gefrierschrank, voller Einsatz für mein Essen.
Die Frühlingsrollen sind das, was rechts so bläulich durch die mehrere Zentimeter dicke Eisschicht guckt. Hat eine Weile gedauert, bis Mr. Stainless Steel und ich gemeinsam und durchgearbeitet haben.
Donnerstag, 5. März 2009
Bier
Aus der Reihe "Biere aus aller Welt" präsentieren wir heute: Bier aus Indonesien. Da das Land zu etwa 90% islamisch ist und Muslime keinen Alkohol trinken (zumindest nicht sollten, ich habe Ausnahmen kennengelernt), besteht nicht so sehr viel Nachfrage nach alkoholischen Getränken. Nichts desto trotz gibt es aber einige Biersorten, wobei ich festgestellt habe, daß die meisten aus einer Brauerei in der Nähe von Jakarta kommen. Da die meisten meiner Bekannten hier Muslime sind und alleine trinken dick macht, trinke ich auch keinen Alkohol, nur auf unserer Reise durch Indonesien habe ich ab und zu mal eins Bier probiert. Nur zu Recherchezwecken natürlich.
Bier gibt es in zwei Darreichungsgrößen: 330ml und 660ml. Wobei ich ja die kleinere Form bevorzuge, ein großes steht schneller ab als zwei kleine.
Beginnen wir unsere Reise auf Bali, der hinduistischen Insel. Der Hinduismus sagt meines Wissens nichts über Alkoholgenuß aus, also gibts dort dementsprechend auch alkoholische Getränke, unter anderem Bali Hai. Hier eine 660ml-Flasche zu sehen, ganz schöner Brocken. Das Bier schmeckt -- wie alle -- etwas süßlich, ich würde das so in Richtung Export einordnen. Empfehlung: ganz gut, wenn man nicht grade Pils möchte.
Wie man auf dem Bild gut erkennen kann: Das Glas ist gekühlt, die Flasche eher nicht. Das ist eben das Problem, wenn sich die Leute nicht mit Bier auskennen: sie wissen nicht, wie man es serviert. Immerhin sind keine Eiswürfel im Glas ... aber das war in Amerika.

