Samstag, 24. Januar 2009

Verhandeln, aber richtig

Einkaufen in Indonesien will gelernt sein, zumindest wenn man nicht im Supermarkt einkauft sondern auf dem pasar (Markt). Der Supermarkt hat nämlich Festpreise, da gibts nicht viel zu rütteln, wohingegen auf dem Markt freie Preisverhandlung gilt. Und diese ist manchmal gar nicht so einfach. Daher hier ein paar Tips & Tricks, wie man einigermaßen günstig davonkommt -- wobei man es als bule (Weißer) sicherlich schwerer als die Einheimischen hat und trotz noch so guter Verhandlung (viel) zu hohe Preise bezahlt.

Preisverhandlungen lohnen sich besonders bei Souvenirs, für andere Dinge wie Obst und Gemüse kriegt man meist die Einheimischenpreise, hier lohnt sich verhandeln eher nicht. Probieren kann man es aber trotzdem mal :-)

"Good quality, cheap price"

Diese vier englischen Wörter beherrscht jeder Händler, ich habe keinen getroffen, der seine Waren nicht so anpreist. Manche können auch noch die englischen Zahlen, andere verwenden einen Taschenrechner, um Preise einzugeben und vorzuzeigen. "You are my priend, I can give you good price" -- "You can bargain" -- "Make me your last price" sind auch beliebte Floskeln. Priend = friend, das f gibts im Indonesischen nicht, muß man sich auch erst mal dran gewöhnen.

 

Alle Bilder: Der Markt in Ubud/Bali

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Donnerstag, 25. Dezember 2008

Straßenhändler, und wie man sie loswird

Urlaubsreisende in aller Welt kennen sie: die Händler an der Straße, am Strand und auch sonst überall, die ihre Waren loswerden wollen. Natürlich alles "cheap price, good quality". Naja, alles relativ ... relativ teuer und relativ schlechte Qualität.

Ein Strandspaziergang oder ein Stadtbummel kann schnell zu einer nervigen Angelegenheit werden, daher hier ein paar Tips, wie man die indonesischen Händler, Taxifahrer und sonstiges schnell wieder loswird, alles praxiserprobt.

Tip #1: Ignorieren

Ignorieren hilft manchmal, nicht immer. Manche Händler fangen erst mit Anbieten an, sobald sie Blickkontakt aufgenommen haben, deswegen am besten erst gar nicht anschauen. Viele kommen aber auf einen mit "Hello Mister", "You are my priend" (f gibts im Indonesischen nicht, p wird meist als Ersatz genommen). Hier hilft Ignorieren nur bedingt, effektivere Methoden müssen her.

Tip #2: Handzeichen geben

Die Hand heben, mit der Handfläche zum Verkäufer hin zeigen und etwas hin- und herwinken, Augenkontakt vermeiden. Hilf gegen mittelhartnäckige Fälle.

Tip #3: "Ich möchte nicht"

Wenn die Händler in unmittelbarer Nähe sind, kann man sie auch mit einem "Saya sudah ini" (ich schon dieses = habe ich schon) oder "Saya tidak mau" (ich nicht wollen) bedenken. Auch ein "mau lihat dulu dan beli nanti" (möchte anschauen früher und kaufen später) hilft, insbesondere am Eingang von Touristenattraktionen. Am Ausgang kann man dann die "sudah"-Variante wählen. Für Transportanbieter hilft ein "mau jalan-jalan" (wollen spazierengehen, herumlaufen) oder "mau jalan kaki" (wollen laufen Fuß = zu Fuß gehen) als Grund, nicht einsteigen zu wollen.

Spezialtip: Verstecken hinter anderen Touristen

Für Fahrradfahrer gibt es ja den Tip: schließe Dein gut gesichertes Fahrrad neben einem weniger gut gesicherten, wertvolleren Fahrrad an. Analog dazu: suche Dir jemanden, der mehr nach Tourist aussieht als Du (Sonnenbrille, Travellerhut, kurze Khakihose, Flipflops, Australier oder Amerikaner ... je mehr Klischees erfüllt sind desto besser). Auf diesen werden sich die Händler wie die Geier stürzen, insbesondere wenn Du ihnen schon auf indonesisch klargemacht hast, daß Du nichts kaufen möchtest.

Tip #4: Wenn alles nichts hilft

Bei manchen Händlern hilft das alles nichts, hier gilt dann wieder Tip #1: Ignorieren, einfach weitergehen, nicht auf die immer kleiner werdenden Preise eingehen, nicht umdrehen und nicht anschauen. Nach fünf bis zehn Metern merkt selbst der hartnäckigste Händler, daß es nichts zu holen gibt und wendet sich dem nächsten Touristen zu.

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Samstag, 20. Dezember 2008

Nur Bares ist wahres

Bargeld ist etwas, das man hier dauernd braucht, wenn man nicht ausschließlich in großen Supermärkten einkauft und in gehobenen Restaurants ißt, wo man mit Kreditkarte bezahlen kann.

Der einfachste Weg, an Rupiah zu kommen, ist Euro oder Dollar-Noten bei einem Moneychanger oder einer Bank zu wechseln, hier sollte man auf die aktuellen Wechselkurse achten, sowie auf eventuelle Komissionen (Grundgebühren oder anteilige Gebühren). Bei Dollarnoten ist es so, daß es für große Scheine bessere Kurse gibt, also lieber $50 oder $100-Noten statt $10 oder gar $1 ... außerdem gibt es vielfach "Punktabzug" für nicht ganz saubere oder druckfrische Scheine oder bestimmte Ausgabejahre und Seriennummern. Bei Euronoten gibt es diese Unterschiede offensichtlich nicht.

Travellercheques sind auch eine Möglichkeit, allerdings ist das je nach Wechselstube oder Bank mit viel Aufwand verbunden: telephonieren mit der Zentrale, Abgleich der Daten, lange Wartezeiten. Außerdem ist der Wechselkurs für Travellercheques niedriger als für Bargeld, und nicht jede Wechselstube nimmt überhaupt Travellercheques an, ich habe erlebt, daß Banken sie nur vormittags zu bestimmten Uhrzeiten annehmen.

EC-Karten mit Maestro oder Cirrus-Symbol werden hier von fast allen ATM (Bankautomaten) geschluckt und in Bargeld umgewandelt, ebenso sind Kreditkarten zum Bargeldabheben geeignet. Hier gibt es aber wiederum einige Dinge zu beachten: Zuerstmal gibt es bei jedem ATM nur eine Sorte von Scheinen, meist 20.000 Rp., 50.000 Rp. oder 100.000 Rp.-Stückelungen. Aus technischen Gründen kann pro Transaktion auch nur eine bestimmte Menge an Scheinen ausgegeben werden, meist zwischen 25 und 30 Stück, breiter ist der Geldschlitz nicht. Man kann aber problemlos mehrere Transaktionen hintereinander machen und so mehrmals abheben, ohne nochmals die PIN einzugeben. Allerdings kostet jede Transaktion dann Gebühren, die -- je nach Bank -- anfallen. Bei meiner Kreditkarte (Masterkard der Sparkasse) sind das 1% für Auslandseinsatz, zusätzlich 5,50 Euro für Bargeldabheben. Kreditkarten sind wohl -- nach Meinung der Kreditinstitute -- nicht dafür gedacht, Bargeld abzuheben, zu Hause kostet es ebenfalls 5,50 Euro. Mit der Maestro-EC-Karte, ebenfalls Sparkasse, kostet es 5% Gebühren, abhängig vom Betrag zwischen 0,80 Euro minimal und 5 Euro maximal. Also möglichst viel abheben, damit sich das lohnt, das bedeutet: einen Automaten finden, der möglichst und viele möglichst große Scheine ausspuckt. Von anderen Reisenden habe ich erfahren, daß es von der Citibank das Angebot eines kostenlosen Kontos für Studierende gibt, und da die Citibank in Jakarta und evtl. auch in Restindonesien einigermaßen mit eigenen ATMs vertreten ist, könnte sich eine Kontoeröffnung lohnen -- allerdings ist die Citibank grade von einer anderen Bank aufgekauft worden, wer weiß wie sich das entwickelt ... also Erkundigungen einholen.

Wenn man dann an das Geld gekommen ist und man ein Riesenbündel von 50.000 Rp. oder gar 100.000 Rp.-Scheinen hat, hat man das Problem: damit kann man fast nirgendwo bezahlen, Kleingeld ist nötig. Der 100.000 Rp.-Schein ist zwar nur etwa 7 Euro wert, aber dies würde bei uns etwa einem 100-Euro-Schein entsprechen ... und versuch damit mal, beim Bäcker zu bezahlen. Die meisten Essen an der Straße kosten zwischen 1.000 und 20.000 Rp, öffentliche Verkehrsmittel zwischen 2.000 und 5.000 Rp., mit einem 100.000 Rp.-Schein wird man nur groß angeguckt und hat dann das Problem, jemanden zu finden, der wechseln kann -- diese Situation lieber vermeiden. Deswegen sollte man zusehen, daß man kleine Scheine bekommt. Dies geht beispielsweise, indem man in großen Supermärkten kleine Dinge kauft (1,5 Liter Wasserflasche für 2.000 bis 3.000 Rp., viel trinken ist ja wichtig) und diese dann mit großen Scheinen bezahlt. Die ganzen kleinen Scheine, die man zurückbekommt einfach einigermaßen sortiert in die Tasche stecken und dann damit bezahlen, so muß man auch nicht jedesmal das Portemonnaie rauskramen.

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