Tuesday, March 31. 2009

Wo gehts los?

Wann es losgeht, weiß ich: 1:40 Uhr morgens. Hat lange genug gedauert, bis das auf der Anzeigetafel stand, da noch eine ganze Menge andere Flüge vorher sind, und mehr als 20 Flüge passen auf die Anzeigetafel nicht drauf. Um etwa 23 Uhr war es dann soweit: Gate 31. Also dorthin, war aber noch nicht auf, es saßen nur ein paar Leute rum, die wohl gewartet haben, daß sie öffnen dürfen. Etwa um Mitternacht war es dann soweit: Schalteröffnung. Allerdings befand sich der zwischen Gate 30 und 31, also halb wieder zurück. Alle anderen, die später gekommen sind, sind erstmal vorbeigelaufen und sind dann von einem Aufpasser, der an Gate 31 stand, wieder zurückgeschickt worden. Letztes Mal war der Einlaß direkt am Schild, das war irgendwie logischer und praktischer.


Aber damit nicht genug: grade als ich ein bißchen schlafen wollte gab es die Ansage, daß der Abflug nun von Gate 33 losgeht. Also zwei weiter und in der Mitte zwischen 32 und 33 den Wartebereich entern. Bald geht's los! 

Rechts statt links

Jetzt habe ich mir in mühevoller Kleinarbeit den indonesischen Linksverkehr angewöhnt, und was habe ich nun davon: kaum bin ich außer Landes, kommen mir dauernd Leute entgegen, wenn ich auf der -- nun gewohnten -- linken Seite laufe. Mal schauen wie lange es dauert, bis das wieder weggeht.

Abu Dhabi

Die Reisegruppe hat sich beim Einsteigen wie eine amorphe unzertrennbare Masse verhalten, die sind alle einfach an mir vorbeigehuscht und haben sich vorgedrängelt ... unglaublich. Es gab quasi zwei Reihen. Ich war eine und die Reisegruppe war die andere, wobei die andere Reihe ein sehr aktives Anstehverhalten gezeigt hat.


Und im Flugzeug wieder das übliche Chaos: Sitzplatzfinden. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß auf jedem Flug, den ich in den letzten sechs Monaten gemacht habe (etwa ein Dutzend) etwa 90% der Leute noch nie etwas davon gehört haben, daß Sitzplätze im Flugzeug durchnummeriert sind? Erstmal irgendwo hinsetzen und dann wundern, daß man weggeschickt wird. Aaah! Immerhin war ich nicht betroffen, mein Platz war noch frei.


Vielleicht sollte man am Gate mal Filme zeigen, wie man richtig in ein Flugzeug einsteigt, wie man seinen Sitzplatz findet und wie man das Handgepäck verstaut.


Der Flug an sich war nicht so spannend, neben mir saßen zwei von der Reisegruppe, die die ganze Zeit geschlafen haben. Hier noch ein weiterer Verbesserungsvorschlag: Wenn man schon elektronisch einchecken kann, sollte man noch ein Profil angeben können, wen man gerne als Sitznachbarn hätte, beispielsweise Sprachkenntnisse und gemeinsame Interessen zum Gespräche führen oder ob man sich lieber gar nicht unterhalten und schlafen möchte. Vielleicht liest hier ja mal jemand von einer Fluggesellschaft mit: es gibt viel zu tun, fangt schon mal an :-)


Nun bin ich also in Abu Dhabi, die Reisegruppe will zum Glück nicht nach Frankfurt mit und wurde vorher abgefangen und großräumig umgeleitet. Das Rudelverhalten hat auch bei der Sicherheitskontrolle nicht aufgehört: grüppchenweise durch die Sicherheitsschleuse geht aber nicht, der Sicherheitskontrollmensch ist ziemlich böse geworden, als sich die alle auf einmal durchdrücken wollten. Dabei haben die es noch nicht mal eilig: ihr Weiterflug ist um 1:30 Uhr, eine Stunde später als ich. Und ich muß noch drei Stunden warten.


Zum letzten Mal für hoffentlich längere Zeit warten am Flughafen, wobei ich mich da in der letzten Zeit schon dran gewöhnt habe.


Alleine fliegen ist übrigens doof, da muß man alles selbst organisieren und hat keinen, der für einen mitdenkt. Total anstrengend, vorhin habe ich nach der Sicherheitskontrolle vor lauter Indonesierinnen-Vorträngel-Chaos meine Tasche liegenlassen und mußte den ganzen langen Weg nochmal zurück. 

Was ich an Indonesien vermissen werde (und was eher nicht)

Nach sechs Monaten in diesem fremden Land, das mir innerhalb der sechs Monate vertrauter geworden ist, ist es Zeit, Bilanz zu ziehen, was mir alles gefallen hat und was eher nicht. Auf manche Dinge kann ich gerne verzichten, anderes werde ich sehr vermissen.


Was ich vermissen werde



  • Die Indonesier. Am meisten gefallen haben mir hier die Leute. Immer freundlich und lächelnd, immer offen und neugierig, immer zu einem Gespräch bereit. Das werde ich am meisten vermissen.

  • Jus. Die leckeren Fruchtsäfte, die es hier überall zu trinken gibt.

  • Essen. Besonders sate (Spieße) und ikan goreng (gebackenen Fisch) werde ich vermissen ... enak! Außerdem die Möglichkeit, jeden Tag neue Sachen zu entdecken, die noch nie zuvor ein bule (Westler) gegessen hat :-)

  • Regen. Wenn man im Trockenen stehen kann und den gewaltigen Regen vom Himmel fallen sieht, dazu noch ein schönes lautes Gewitter ... herrlich!

  • Chaos und Improvisation. Immer wieder faszinierend, daß alles funktioniert, wenn auch nicht gleich auf Anhieb, doch man kriegt immer alles geregelt und am Ende sind alle zufrieden.

  • Ojek und Angkot. Die ultimativen Nahverkehrsmittel, direkt vor der Haustür, ohne Fahrplan und dauernd fahrend. Einfach an die Straße stellen und winken, schon wird man mitgenommen für kleines Geld. Besondere Freude macht das Ojekfahren, wenn der Fahrer zwei Köpfe kleiner ist und man locker über ihn hinwegsehen kann, der Wind bläst durch die Ohren und am Straßenrand winken freundlich Leute: "Hello Mister!"


Was ich nicht vermissen werde:



  • Müll und Dreck. Überall liegen weggeworfene Plastikverpackungen herum, jeder kippt seinen Müll auf die Straße und an manchen Plätzen sammelt sich das und verrottet und stinkt erbärmlich. Igitt!

  • Stau. Stundenlanges Herumstehen in kilometerlangen Autokolonnen macht keinen Spaß. Der einzige Vorteil: man kann ruhig schlafen, da der Fahrer grade keine Möglichkeit hat, durch Schlaglöcher zu rasen.

  • Regen. Wenn man grade unterwegs ist und es zwei Stunden lang ununterbrochen regnet und man nicht weiterkommt, weil man innerhalb von zehn Sekunden total durchnäßt wäre, trotz Regenschirm.

  • Hitze. Durchgängig 30 °C und mehr sind auf Dauer doch nicht so angenehm. Mal für eine Woche im Urlaub vielleicht, aber mehrere Monate lang schwitzen ... nee. Fünf Grad weniger wären ganz gut. Und den ganzen Tag Klimaanlage in den Büros und Autos ist auch nicht so sehr angenehm.

  • Kalte Dusche am Morgen. Abends nach getanem Tagwerk, wenn man durchgeschwitzt nach Hause kommt, ist eine kalte Dusche ganz gut. Aber doch nicht morgens! Brrr! 

Jakarta Flughafen

Mal wieder: warten am Flughafen. Das vorletzte Mal, das letzte Mal wird dann in Abu Dhabi sein.


Heute morgen um kurz nach sechs Uhr aufgestanden und fertig gepackt. Zumindest soweit es ging, es fehlte ja noch die Wäsche. Doch selbst ohne Wäsche zeigte die Waage schon über 30 kg an ... ohoh, das wird teuer. Naja, mal schauen. Das nächste Problem: 5 kg Kaffe und 1 kg Tee in den Rucksack reinkriegen. Nicht einfach, aber man hat ja Informatik studiert, da lernt man solche Optimierungssachen, und außer viel Tetris spielen, für die Praxis. Ich habe den Kaffee und die Hälfte vom Tee sogar in den Rucksack bekommen, allerdings ging dann der Reißverschluß nicht mehr zu. Und außerdem hat der Laptop noch gefehlt, das geht mal gar nicht. Also ein bißchen Kaffee und Tee raus, das kommt in das Paket, das hat dann so ziemlich genau 10 kg. Muß Yanthi dann mal schauen, daß das hinkommt. Ansonsten darf sie Tee und/oder Kaffee selbst trinken, bis das Gewicht stimmt :-)


Der Rucksack hat nun also ein Startgewicht von etwa 10 kg, 7 sind erlaubt. Mein Rücken erlaubt auch nicht mehr. Und außerdem hat der Rucksack jetzt eher Kugelform, der paßt bestimmt nicht mehr unter den Sitz des Vordermenschen ... Verstoß gegen sämtliche Richtlinien, hehe. Meine ganzen schweren Bücher habe ich in eine Stofftasche ausgelagert, die wiegt bestimmt auch nochmal drei bis vier Kilogramm. Aber das zählt beim Handgepäck nicht mit, sehr praktisch.

Gegen acht Uhr ist Niar gekommen und hat Frühstück und noch Kaffee mitgebracht, ich wollte ja keinen neuen mehr aufmachen für einmal trinken. Zwischenzeitlich habe ich Nachricht erhalten, daß mein Handphon einen Abnehmer gefunden hat und wir haben noch ein bißchen über den Preis verhandelt. Wenn ich nicht sechs Monate Feilscherfahrung hätte, wäre es für weniger weggegangen, so habe ich aber einen guten Preis bekommen. Zwischenzeitlich habe ich die Wäsche abgeholt, die Waage zeigt jetzt 18 kg und 16 kg an ... vier zu viel. Didi ist auch noch gekommen und hat mir ein Abschiedsgeschenk gebracht ... aaah! Also ein paar Sachen aussortieren, Hemden, die eh schon etwas ausgewaschen sind, dann ging der Koffer auch gescheit zu. Jeans und Handtücher sind unheimlich schwer, habe ich festgestellt. Normale Stoffhosen lassen sich viel besser stopfen als Jeans. Andererseits braucht man aber mehr Stoffhosen, weil man da den Dreck so schnell sieht.


Gegen zehn Uhr ist Pak Alex gekommen, der Fahrer, der jeden Stau auf dem Standstreifen umfährt. Sehr gut, dann kommen wir auf jeden Fall pünktlich an. Alle Koffer, Taschen, Jacken und Rucksäcke im Auto verstauen, insgesamt bestimmt 47 kg, zehn mehr als offiziell erlaubt. Ich bin gespannt, was die am Flughafen dazu sagen ... *zitter*

Die erste Station auf dem Weg zum Flughafen war Kampus E, dort habe ich mich von Ana verabschiedet, dann weiter zum Kampus D, dort von allen Leuten, die so herumgelaufen sind verabschiedet. Buuh, alle weg. Oder: alle da, aber ich weg. Egal.


Nun aber los zum Flughafen, Niar und Yanthi begleiten mich, Pak Alex ist unser Fahrer. Wir haben es nicht soo sehr eilig, wir sind gut in der Zeit, also keine Standstreifenstauumfahrung.


Am Flughafen habe ich als erstes mal mein Übergepäck eingecheckt. War gar nicht so einfach, denn vor mir waren welche, die hatten noch viel viel mehr Gepäck als ist, alles komische Einzelstücke in komischen Verpackungen, nur die Hälfte war feste Koffer. Über jedes Stück wurde einzeln diskutiert, ab und zu hat ein Kofferträger eins von den komischen Einzelstücken zur Plastikfolieneinwickelmaschine getragen und dann durfte das Gepäckstück mit. Aber es waren ja noch ein weiteres Dutzend da, also weiterdiskutieren. Mindestens fünfzehn Minuten, dann hat mich jemand zum Erste-Klasse-Schalter gewunken und ich durfte meine 35 kg einchecken. Die haben nicht mal mit der Wimper gezuckt und auf mein Ticken "30 kg" aufgedruckt. Wahrscheinlich hatten sie keine Lust auf weitere Diskussionen :-)

Neben mir war eine riesige Reisegruppe Indonesierinnen, mindestens zweihundert oder tausend. Ein riesiges Kopftuchheer, und alle einen Kopf kleiner als ich. Sehr praktisch, da behält man den Überblick. Wobei: bei so vielen eher nicht. Zum Glück hatten die ein Gruppencheckin und ich mußte nicht hinter denen anstehen.


Endlich fertig eingecheckt haben wir noch was gegessen, zum Abschluß noch einen Jus Alpukat. Und dann endgültig von den letzten Indonesiern verabschieden. Zumindest von den mir bekannten, vom Indonesier an sich werde ich noch einiges haben auf diesem Flug, da fliegen einige mit mir, ist ein großes Flugzeug.


Zuerst mußte ich aber nochmal durch die Sicherheitsschleuse zum Check-In, und dann durch die Imigrasi (oder Exmigrasi?), hier wurden alle Visa kontrolliert, hat sich ja so einiges angesammelt. Der Computer hat aber grünes Licht gegeben, alles in Ordnung, ich darf ausreisen. Auf dem Weg zum Gate nochmal durch eine Sicherheitsschleuse, hier hat irgendwas in meinem Rucksack sich komisch verhalten, so daß sie einen Blick reinwerfen wollten. Außer Kaffee gibts da nicht viel zu sehen :-)


Und dann war auch das Kopftuchheer wieder da, in Dreierreihen standen sie vor dem Abfluggate und wurden anscheinend nochmals ausgiebig befragt. Keine Ahnung, welche Ausreisebestimmungen es für Indonesier gibt, auf jeden Fall müssen die sowas wie ein Ausreisevisum stellen ... Indonesier lieeben Bürokratie. Zumindest die Beamten, die Normalbürger nicht so. Ich habe mich also hinten an eine Reihe angestellt, und es wurde etwa eine Person pro Minute abgefertigt. Bei zweihundert oder tausend dauert das dann schon mal eine Zeit. Nachdem ich eine Viertelstunde gewartet habe kam einer der Befragungsmenschen durch die Reihen und halt alle männlichen Passagiere, die ja offensichtlich nicht zu der Riesengruppe gehören, eingesammelt, wir durften dann auf die "Schnellinie", meine Befragung hat nur 15 Sekunden gedauert.


Offensichtlich war der Großteil der Gruppe schon durch, es gab nämlich keine Sitzplätze mehr. Und draußen standen nochmal so viele. Die Gates werden wohl nicht nach Passagierzahl ausgewählt. So setzte ich mich also gemütlich auf den Boden, und mal wieder die Attraktion für die Indonesierinnen ... "Hello Mister". Kurz darauf kam eine Durchsage, daß das Flugzeug bald zum Einchecken bereit ist (was wahrscheinlich soviel heißt: in einer halben Stunde), aber die meisten Leute sind direkt aufgesprungen und haben sich angestellt. Sehr gut, sollen die sich doch die Beine in den Bauch stehen, ich habe jetzt einen Sitzplatz :-) 

Alles muß raus!

Da ich in Deutschland nicht viel damit anfangen kann: Weg mit der Elektronik. Zum Glück habe ich recht kurzfristig (gestern ... hehe) Käufer gefunden, die Interesse an Mobiltelephon und UMTS-Modem haben und auch noch einen recht guten Preis bezahlen.


 


Wieder zwei Sorgen weniger :-)

Kaffeepacken

Meine Kaffeeausbeute, von vielen als Abschiedsgeschenk ein oder zwei oder mehr Päckchen. Insgesamt 5 Kilogramm ... und das muß noch alles mit ... puh!


 


Aber mein Rucksack ist ja groß, da paßt einiges rein :-)

Monday, March 30. 2009

Kamar kecil

Kamar kecil ist der "kleine Raum", in den Indonesier sich zurückziehen, um buang air kecil oder buang air besar, kleines oder großes Wasser wegzuwerfen. Alternativ kann man dort auch mandi (sich waschen).


 


Der geneigte Leser hat es sicherlich schon erraten: Es geht um Toiletten. Diese sind in Indonesien grundlegend anders als in Europa, daher werde ich hier einen Überblick und eine Anleitung geben, welche Eigenheiten es bei der Benutzung zu beachten gibt.

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Terima kasih dari Arne

Dengan hormat,


saya akan pulang ke negera jerman tanggal 31 maret. Kataku "selamat tinggal" untuk orang-orang di Gunadarma yang saya lihat saat berkunjungan disini. Waktu bersama Anda sangat indah, saya suka sekali ini. Saya paling suka orang-orang Indonesia yang semua baik hati dan saya akan merindukan itu. Saya berharap kalau akan kembai kesini segera.


Terima kasih terbanyak sekali!


Arne Pottharst




Dear all,


I will go home to Germany at 31st of March. So I want to say good bye to everybody at Gunadarma I met during my stay. It was a very good time with you, I enjoyed it very much. Especially all the nice Indonesian people around me made my visit a great experience. I will miss you all very much, and I hope to come back to Indonesia very soon! Thank you very very much!


Arne Pottharst




Hallo,


am 31. Maerz werde ich nach Hause nach Deutschland fahren. Daher moechte ich mich von allen in Gunadarma verabschieden, die ich waehrend meines Aufenthalten kennengelernt habe. Es war eine sehr schoene Zeit mit Euch und mit Ihnen, es hat sehr viel Spass gemacht. Besonders die vielen netten Indonesier haben mir die Zeit sehr angenehm gemacht. Ich werde alle sehr vermissen und hoffe, dass ich bald wieder nach Indonesien zurueckkomme.


Vielen vielen Dank!


Arne Pottharst  

Time to say goodbye

Verabschieden von allen, die man in einem halben Jahr kennengelernt hat. Zum letzten Mal Ojek, Angkot, Zug, Taxi fahren. Damit habe ich heute meinen Tag verbracht.


Los ging es mit Zug fahren, zum Kampus Kenari, dort war heute eine Promotionsfeier, bei der alle wichtigen Leute von Gunadarma versammelt waren. Praktisch, da kann man sich von allen auf einmal verabschieden.


 


Also zum Zug, leider fuhr um diese Zeit kein Expreß mehr, nur noch Economic, das sind die ohne Klimaanlage, zum Ausgleich aber auch ohne Türen.


 


Bin ich zum ersten Mal mit gefahren, und auch zum letzten Mal (das aber nur aus zeitlichen Gründen). Gab viel zu erleben, mehr als in den teuren AC (Air Condition)-Zügen. Alle zwei Minuten kam irgendwer vorbei, der was verkaufen wollte: Zeitungen, Zugfahrpläne, Superkleber, Getränke, nochmal Superkleber, bunte Heftpflaster, ... zwischendurch blinde Bettler, die entweder nur so durch den Zug gehen und auf milde Gaben hoffen oder solche, die mit einer umgehängten Lautsprecheranlage, aus der Musik ertönt, zu der sie dann singen. Dann kam eine Gruppe "Sonderpolizei" vorbei, die einen Taschendieb in Handschellen dabei hatten. Also auf jeden Fall spannender als die teuren Expreß-Züge, wo nur einmal die Fahrkartenkontrolleure vorbeikommen, und das wars dann. Kontrolleure kamen hier nicht vorbei, und das ist wohl auch der Grund, warum am Ausgang die Fahrkarten eingesammelt werden: die waren ja dieses Mal nicht abgestempelt wie sonst immer.

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Wäscheverzug

Da will man pünktlich seine Wäsche abholen, und was bekommt man gesagt? Nee, noch nicht fertig, morgen abend. Öhm, Moment mal, da bin ich nicht mehr da ... wenn schon zu spät, dann bitte so zu spät, daß es morgen früh ist.


Mal hoffen, daß es klappt :-)

Kofferpacken

Kofferpacken ist angesagt, in etwa 24 Stunden soll es losgehen zum Flughafen, daher wird es langsam Zeit, einzupacken. Doch auch wenn die Menge der Sachen, die ich mitnehmen werde begrenzt ist, ist es nicht so einfach wie es auf den ersten Blick aussieht. Ich fahre ja nicht nach zwei Wochen Urlaub wieder nach Hause, sondern nach einem halben Jahr Auslandsaufenthalt. Da kommt einiges zusammen, was jetzt hier rumliegt und sagt: "Nimm mich mit."


Alles kann ich leider nicht mitnehmen, da mein Gepäck begrenzt ist. Also werde ich meine Sachen in zwei verschiedene Kategorien einteilen:



  1. Sachen, die ich hierlasse

  2. Sachen, die ich mitnehme


Ja, wer hätte das gedacht :-)


Zu den Sachen, die ich hierlasse zählt sowas wie Sonnencreme, Zahnpastareste und ähnliches, das ist schwer und leicht zu ersetzen. Außerdem Kleidung, die ich nicht mehr brauche, wie meine Hemden, die ich hier gekauft habe, so sehr qualitätiv hochwertig sind die nicht. Diese Sachen verteile ich hier an die Leute (ob jemand Sonnencreme bracht? Mal schauen), wird schon weggehen.


Die Sachen, die ich mitnehme werden wiederum in drei Gruppen geteilt:



  1. Koffer (30 kg)

  2. Handgepäck (7 kg)

  3. Postpaket (Rest)


Ich versuche möglichst viel in meine beiden Koffer zu bekommen, das ist die praktischste Transportform, da habe ich nicht viel mit zu schaffen, außer sie zum Checkin zu bringen und in Frankfurt dann wieder abzuholen. Hier kommen Sachen rein, ich ich recht zeitig nach der Ankunft in Deutschland wieder brauche.


Ins Handgepäck mit der offiziellen Beschränkung von 7 kg, die aber noch nie jemand nachgeprüft hat, versuche ich möglichst viel schwere kleine Sachen reinzubekommen, mal schauen, was so alles in den Rucksack reingeht. Insbesondere kommt da auch der Laptop und Ausweispapiere rein, alles was wichtig ist und nicht verlorengehen darf.


Zusätzlich nehme ich eventuell noch eine Tasche mit (schweren) Büchern als "Bordlektüre" mit, da kommen meine Wörterbücher und Reiseführer rein, alles was man so braucht, wenn man aus Indonesien zurückkommt.


Tja, und was dann noch übrig ist, kommt ins Paket und wird per Schiff in die Heimat geschickt, in einem Monat darf ich die Sachen wieder in Empfang nehmen. Das ist noch die spannendste Sache, wie das mit dem Paket ablaufen wird.

Sunday, March 29. 2009

Polisi cepek und juru parkir

Ich habe hier schon oft über das Chaos auf Indonesiens -- und insbesondere Jakartas -- Straßen berichtet. Nun zu einem Phänomen, das sich wohl aus diesem Chaos ergeben hat, aber wohl auch aus der Tatsache des Jobmangels. Es gibt immer und überall Leute auf den Straßen, die ich "Rauswinker" nenne.


 


Offiziell heißen sie juru parkir, Einparkexperten. Sie warten vor Restaurants, Geschäften und sonstigen Orten, die über Parkplätze verfügen und warten, daß sich ein Auto nähert, das einparken möchte. Dann springen sie auf und mit Pfeife und Winkstab (bei Nacht beleuchtet) und unter rufen von kiri, kanan, lurus (links, rechts, gradeaus) winken sie den Autofahrer in die Parklücke. Das Gleiche wieder beim Ausparken: kiri, kanan, lurus. Hier nutzen sie außerdem die Macht ihrer Trillerpfeife und des Leuchtstabes, um den laufenden Verkehr aufzuhalten, so daß man es etwas mehr Chancen zum Ausparken hat. Dafür erhalten sie dann etwas Kleingeld, 1.000 Rp. ist der Normalfall. Früher, als die Rupiah noch etwas mehr wert war, gab es 100 Rp., umgangssprachlich cepek.


Daher hat auch die polisi cepek ihren Namen, auch wenn es mittlerweile (meist) etwas mehr als 100 Rp. gibt. Diese Rauswinker sind selbsternannte Ordnungshüter, sie sich überall dort verdingen, wo es keinen juru parkir und auch keine offizielle Verkehrspolizei gibt, beispielsweise bei Abzweigungen, auf großen Kreuzungen oder bei U-Turns, wo sie den Verkehr lenken und ab und zu mal jemand etwas Kleingeld aus dem Fenster wirft, das sie dann aufsammeln. Ziemlich gefährliche Angelegenheit.

Löffel und Gabel und Finger

Das Eßbesteck der Indonesier sind Löffel und Gabel. Da es hauptsächlich Reis oder Nudeln und Kleingeschnittenes dazu gibt, ist das meistens kein Problem. Und sollte es doch mal ein Problem geben (z.B. Hühnerbein, Fisch, Schalentiere), dann gibt es immer noch die traditionelle Methode: mit den Fingern. Sehr ungewohnt für Indonesier ist ein Messer, und noch ungewohnter sind Stäbchen, gleichwohl es beides hier auch gibt, je nach Essenstyp. Steak mit Löffel und Gabel zu essen ist etwas unpraktisch, und mit den Fingern? Wenn es schon mal Messer gibt, dann richtige Steakmesser, solche Brotstreichmesser wie bei uns sind eher ungewohnt, sowas gibt es in westlich orientierten Einrichtungen wie beispielsweise Hotels. Stäbchen gibt es bei chinesischem oder japanischem Essen, aber manche benutzen trotzdem Löffel und Gabel.


In den Warung (kleine Restaurants) steht auf jedem Tisch ein Korb mit Besteck und einer mit Tissue (Papierservierten). Das Löffel-Gabel-Besteck ist meist paarweise in in eine Papierservierte eingewickelt, manchmal gibt es die Besteckteile auch einzeln. Messer gibt es nie, bei Steaks werden die Messer immer extra gebracht. Ich habe beobachtet, daß fast alle Indonesier das Besteck (auch das eingepackte) mit einem Papiertuch abwischen. Scheint so eine Art Ritual zu sein, denn dreckig ist es meist nicht ... und wenn: die Teller werden mit dem gleichen Spülwasser gewaschen, vielleicht sollte man das denen mal verraten :-)


Beim Essen wird der Löffel in der rechten Hand gehalten, die Gabel in der Linken, und dann alles in sich reinschaufeln, wahlweise mit dem einen oder dem anderen. Sollten Stücke zu groß sein, werden sie auseinandergerissen, sollte das auch nicht klappen: Finger benutzern. Am Ende dann das Besteck mit dem Rücken nach oben gekreuzt auf den Teller legen.


Das Essen mit den Fingern ist nicht ganz so einfach wie man sich das vielleicht vorstellt. Pommes und ähnliches hat mit dem Essen mit der Hand nicht sehr viel zu tun, insbesondere beim Essen von Reis braucht man schon eine etwas verfeinerte Technik. Hierzu formt man mit den drei Fingern von Zeigefinger bis Ringfinger eine Art "Schaufel", mit der man das Essen zum Mund befördert, der Daumen dient zur Unterstützung beim Formen der mundgerechten Form. Am Mund angekommen dann ruhig die Finger mit in den Mund stecken, sonst fällt nämlich das meiste wieder auf den Teller zurück. Viele stopfen nur mit Mittelfinger und Ringfinger nach. Bis man das raushat und es einigermaßen elegant aussieht, benötigt man schon einige Übung. Ist wohl vergleichbar mit dem Stäbchenessen, das kann ich zwar auch, aber so flüssig wie bei Chinesen und Japanern sieht das bei mir nicht aus.


Die einschlägige Literatur sagt: ausschließlich, nach meiner Erfahrung aber eher: hauptsächlich wird mit der rechten Hand gegessen. Das hat den einfachen Grund, daß die linke Hand zum Hinternabwischen verwendet wird -- das ist aber ein anderes Thema. In allen Restaurants gibt es wastafel (Waschbecken) irgendwo im Raum, hier kann man sich mit Seife vor dem (und auch nach dem meist fettigen) Essen die Hände gründlich waschen, schon steht dem beidhändigen Essen nichts im Weg. Wie immer in fremden Kulturen gilt: schauen was die Einheimischen machen und lernen durch Nachahmen. Auch gerne mal fragen, dann kriegt man so einiges erläutert.

Saturday, March 28. 2009

Abschiedsgeschenk der Uni

Nichtsahnend saß ich eben in der Uni rum, als plötzlich Misdi und Ana kamen und ein Abschiedsgeschenk der Uni für mich präsentierten. Natürlich haben wir das alles für die Leser im Bild festgehalten:


Arne und Misdi


 


Die Geschenke: Ein Batikhemd, zwei balinesische Masken und eine Miniaturansicht von Prambanan.


 


Ana und Arne: